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Professor*innen

Bei der folgenden Darstellung von Männeranteilen bei Professor*innen an der Universität Freiburg ist zu beachten, dass bis vor kurzem als Geschlechtseintrag in Statistiken nur „männlich“ oder „weiblich“ möglich war.

Ein wichtiger Indikator für die Gleichstellung an Universitäten ist die Verteilung der Geschlechter bei Professor*innen. Derzeit (Stand 1.12.2019) beträgt der Männeranteil bei Professor*innen an der Universität Freiburg 73,9%. Bis zum Jahr 2017 ist er kontinuierlich gesunken. 2018 war wieder ein leichter Anstieg um 0,2 % zu verzeichnen, 2019 gab es keine Veränderung:

 

 

Wenn wir die Entwicklung der letzten Jahre genauer betrachten, dann sehen wir interessante Unterschiede sowohl zwischen einzelnen Fakultäten als auch zwischen den verschiedenen Besoldungsgruppen.

 

 

Unterschiede zwischen den Fakultäten

 

 

Die Grafik zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Fakultäten. Die Fakultäten sind in ihrer Struktur und Größe sehr unterschiedlich, Ursachen für gelingende oder nicht gelingende Herstellung einer ausgewogenen Geschlechterverteilung bei Professor*innen sind vielfältig und müssen in jeder Fakultät genauer untersucht werden. Faktoren, die berücksichtigt werden müssen, sind dabei

  • die Gesamtzahl der Professuren in der Fakultät: Es besteht weniger Handlungsspielraum in kleinen Fakultäten;
  • die bestehende Geschlechterverteilung: Liegt der Männeranteil in der Nähe von 60%, scheint er zu stagnieren;
  • die unterschiedlichen Fachkulturen;
  • der Fachkräftemangel und die diesbezügliche gesellschaftliche Diskussion, insbesondere in den MINT-Fächern.

 

 

Unterschiede zwischen den Besoldungsgruppen


 

Die Geschlechteranteile in den Besoldungsgruppen C4 und C3 verändern sich nur noch durch Ausscheiden der betreffenden Professor*innen und können durch gezielte Gleichstellungspolitik nicht beeinflusst werden. Wie die Grafik zeigt, veränderte sich der Männeranteil bei C4-Profesor*innen in den letzten Jahren kaum, bei C3-Professor*innen nimmt er aber langsam ab. Letzteres liegt daran, dass unter den jüngeren C3-Professor*innen mehr Frauen zu finden sind als unter den älteren, die dann zuerst das Pensionsalter erreichen.

 


 

Ebenfalls sinkende Männeranteile sind in der Besoldungsgruppe W2 zu finden. Dabei ist zu beachten, dass es nur sehr wenige W2-Professuren an der Universität Freiburg gibt, zuletzt nur noch eine. Bei den Juniorprofessuren ist der Männernanteil im letzten Jahr wieder gestiegen, wobei er in den letzten fünf Jahren zwischen 40 und 48 % schwankte. In der Besoldungsgruppe W3 steigt der Männeranteil seit 2018 leicht an und liegt fast wieder auf dem Niveau von 2015.

Die positive Entwicklung in den Besoldungsgruppen W2, C3 und auch W1 wirkt sich aber immer weniger auf das Gesamtbild aus, denn die Profesuren der Besoldungsgruppe W3 machen einen wachsenden Anteil an den Professuren insgesamt aus: Im Jahr 2015 hatten 45 % der Professuren eine W3-Besoldung, 2019 machten die W3-Professuren schon 73 % aus. C3-Professuren machten 2019 nur noch 8,3 % der Professuren aus, W1- und W2-Professuren zusammen nur 4,2 %.

Das bedeutet:  Eine vielfältigere Geschlechterverteilung bei Professor*innen kann nur erreicht werden, wenn sich die Gleichstellungspolitik der Universität auf die Besetzung von W3-Professuren konzentriert.