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Habilitationen

In den Jahren 2015–2019 gab es an der Universität Freiburg insgesamt 250 Habilitationen, durchschnittlich 50 pro Jahr. Dabei sind etwa 61 % der Habilitationen in der Medizin zu finden. Der Männeranteil an Habilitationen lag in diesem Zeitraum bei 70,8 % (67,3 % ohne Medizin). Auch hier finden sich die bekannten Unterschiede zwischen den Fakultäten. Es muss bei der Betrachtung der Prozentwerte bedacht werden, dass in den Jahren 2015–2019 die Anzahl der Habilitationen pro Fakultät zwischen 5 und 18 lag, mit Ausnahme der Medizinischen Fakultät, an der es im gleichen Zeitraum 152 Habilitationen gab.

 

 

Aufgrund der Diversifizierung der wissenschaftlichen Qualifikationswege verliert die Habilitation zunehmend an Bedeutung. Bundesweit geht die Anzahl der Habilitationen seit Jahren zurück, wie die folgende Abbildung zeigt. Interessant dabei ist, dass zugleich die Anzahl der Habilitationen von Frauen etwa gleich geblieben ist. Das bedeutet, dass der gestiegene Frauenanteil bei Habilitationen nicht darauf zurückzuführen ist, dass mehr Frauen sich habilitieren, sondern vor allem darauf, dass Männer sich seltener habilitieren.

 

 

Eine ähnliche Tendenz, aber mit mehr Schwankungen aufgrund der kleineren Fallzahlen, ist in Freiburg zu beobachten:

 

Die Habilitation scheint also für Frauen eher ein Schritt auf dem Weg zur Professur zu sein als für Männer. Um die Ursachen und Implikationen dieser Tendenz zu ergründen, müsste untersucht werden,

  • welche Qualifikation zur Professur neuberufene Professor*innen erworben haben,
  • ob hier Unterschiede zwischen Männern und Frauen bestehen,
  • inwiefern alternative Qualifikationswege zur Professur bestimmte Gruppen benachteiligen.